» Marcin Sieniawski

Cello

Der polnische Cellist Marcin Sieniawski gehört zu den vielseitigsten und gefragtesten Cellisten der letzten Jahre. Als Solist mit Orchestern, als Gründungsmitglied des Szymanowski Quartetts sowie als kammermusikalischer Duopartner von Alexej Sultanov, Malcolm Bilson, Elsbeth Moser, Peter Jablonski, Francesco Piemontesi und Kit Armstrong konzertierte er in über 40 Ländern der Welt in berühmten Sälen wie der Carnegie Hall in New York, der Wigmore Hall in London, dem Auditorium du Louvre in Paris, der Philharmonie de Paris, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Konzerthaus Berlin und den wichtigsten Konzertpodien in Asien und Australien. Einladungen führten ihn zu solch renommierten Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Rheingau Musikfestival, den Niedersächsischen Musiktagen, der Schubertiade Schwarzenberg sowie den Festivals Cheltenham und Bath und dem Kammermusikfest Lockenhaus, zu dem er von Gidon Kremer persönlich eingeladen wurde.

1970 in Warschau geboren, studierte er zunächst am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Weitere Studien führten ihn unmittelbar danach an die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, wo er nach Gründung des Szymanowski Quartetts wichtige musikalische Impulse von Prof. Hatto Beyerle, dem Gründer des Alban Berg Quartetts, erhielt. Während seiner Studien arbeitete er gleichfalls mit Daniil Shafran zusammen. Zeitgleich erhielt er als Solist Einladungen von Orchestern mit denen er Konzertreisen durch Polen, die UdSSR und die USA gestaltete. Weitere prägende Einflüsse auf seine musikalische Entwicklung nahmen Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff, David Geringas und Bernard Greenhouse.

Musiklegenden wie Isaac Stern, Walter Levin und Gidon Kremer förderten das Szymanowski Quartett in den letzten Jahren maßgeblich. Alfred Brendel hat das Quartett zu Konzerten in das Gewandhaus Leipzig und den Musikverein Wien im Rahmen der Festivitäten zu seinem 80. Geburtstags eingeladen. Die wichtigsten Streichquartette der Musikgeschichte wie das Amadeus Quartet, Guarneri Quartet, Juilliard String Quartet und das Emerson String Quartet nahmen maßgeblich auf den musikalischen Weg und die Interpretationen des Szymanowski Quartetts Einfluss.

Zu unvergesslichen Momenten gehört der Auftritt mit Vladimir Krainev beim Szymanowski & Friends Festival in Lemberg, als er mit dem Quartett sein letztes öffentliches Konzert spielte. Darüber hinaus zählte Marcin Sieniawski in der Zusammenarbeit mit seinem Quartett  Kammermusikpartner wie Oleg Maisenberg, Cyprien Katsaris, Paul Meyer, Anthony Pay, Gary Hoffmann, Adrian Brendel und Martin Stadtfeld.

Im Oktober 2017 hat Marcin Sieniawski als letztes verbliebenes Gründungsmitglied die Zusammenarbeit mit dem Szymanowski Quartett beendet, da er sein künstlerisches Wirkungsfeld nun weiter ausweiten möchte. Insbesondere auf dem Gebiet der Pädagogik möchte er seinen großen Erfahrungsschatz an jüngere Generationen weitergeben. Doch motiviert durch seine große musikalische Neugier sucht er als Interpret ebenfalls neue Herausforderungen.

Marcin Sieniawski gibt seit vielen Jahren sein profundes Wissen im Rahmen von Meisterkursen in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien an aufstrebende junge Cellisten und auch Ensembles weiter. Einladungen führten ihn so an die Universität Mozarteum Salzburg, die European Chamber Music Academy, die Konzertarbeitswochen Goslar, die Holland Music Sessions und die Zeist Music Days, die University of Southern California in Los Angeles und Irvine, die Tokyo Music University und das Central Conservatory of Music Beijing.

Marcin Sieniawski wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2005 mit dem Szymanowski-Preis, der an solch renommierte Musikerpersönlichkeiten wie Sir Simon Rattle und Piotr Anderszewski vergeben wurde, die sich durch die Erhaltung des Werks Karol Szymanowskis hervorgetan haben. Für seine Verdienste um die Pflege und das Andenken der polnischen Musik und Kultur wurde er im Jahr 2007 vom Polnischen Ministerium für Kultur und Nationales Erbe mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Es liegen zahlreiche Rundfunkaufnahmen für die BBC im Rahmen des „New Generation Artists“ Programms, für Rundfunkanstalten in Deutschland und vielen weiteren Ländern, sowie CD-Aufnahmen für Decca, Hyperion, Hänssler Classic und CAvi-music vor.